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Blick über den (pädagogischen) Tellerrand: Studienfahrt nach Brünn/Tschechien

Liebe Grüße vom Oberkurs 2 aus Brünn

Nach einer entspannten Busfahrt kam der Oberkurs 2 am Sonntag in Brünn an. Bereits am Montag gab es die Möglichkeit, im Stadtteil Lisen die Pflegefachschule der Evang. Akademie zu besuchen und dort in Kontakt mit den Schülerinnen und Schüler zu kommen, die sich im zweiten Ausbildungsjahr zur Pflegefachkraft befinden. In verschiedenen Kleingruppen lernten sich die Schüler aus Brünn und Stuttgart kennen, tauschten sich über die Ausbildungen, die Schule, aber auch Hobbys und Lieblingsessen aus.

Besonders Spaß machte allen ein Sprachspiel: Die Schülerinnen und Schüler bekamen eine Liste mit vielen tschechischen Wörtern und sollten dann erraten, wie die deutsche Übersetzung heißt. Dabei machten wir die interessante Erfahrung, dass alle diese Wörter im Deutschen ganz ähnlich - manchmal sogar fast gleich - klingen. Eine kleine Kostprobe? Ksicht (tschechisch) = Gesicht (deutsch); jarmark (tschechisch) = Jahrmarkt (deustch); rychtyk = richtig ... 

Einige Eindrücke vom Stadtspiel finden sich auf den Fotos. Kommentar von Schülern: "Ich wusste gar nicht, dass Brünn eine so schöne Stadt ist!" oder "So viele schöne Gebäude!" Besonderes Interesse fand die Astronomische Uhr auf dem Freiheitsplatz. In der abendlichen Reflexion wurde deutlich: allen gefällt es und die Stimmung ist gut!

Oberkurs 1 auf Studienfahrt in Brünn/Tschechien

Text: Dietmar Böhm, Dozent | Fotos: Dr. Birgit Krämer, Dozentin

Der Oberkurs ist für eine Woche nach Brünn aufgebrochen – endlich wieder nach zwei Jahren Pandemie! Der erste Tag stand unter dem Motto "Kennenlernen". Am Vormittag besuchten wir unsere Partnerschule, die Evang. Akademie für Sozialarbeit. Die Studierenden und Lehrerinnen empfingen uns herzlich an ihrer Schule. Renata Michalkova, Direktorin der Evang. Akademie, hob in Ihrer Begrüßung hervor, dass der Austausch zwischen den beiden Schulen für die Evang. Akademie für Sozialarbeit eine besondere Bedeutung habe. Wir informierten uns gegenseitig über die Städte Brünn und Stuttgart und über unsere jeweiligen Ausbildungsgänge.

Im Anschluss daran gab es einen Empfang im Rathaus der Stadt Brünn. Robert Kudelka, im Magistrat der Stadt Brünn zuständig für die Städtepartnerschaft mit Stuttgart, begrüßte die Studierenden aus Stuttgart und Brünn und drückte seine Freude darüber aus, dass nach zweijähriger Corona-bedingter Pause wieder der Austausch mit Brünn fortgesetzt werden konnte. Dietmar Böhm bedankte sich im Namen der Evang. Fachschule bei der Stadt Brünn für die viele, auch finanzielle Unterstützung. Ohne diese Unterstützung wäre es viel schwieriger, diese Kooperation umzusetzen.

Nach dem Empfang entdeckten die Studierenden der beiden Schulen in gemischten Gruppen mit einem Stadtspiel die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Brünn.

Diskussion über Eingewöhnungskonzepte und Arbeit mit Eltern

Der Oberkurs besuchte zwei unterschiedliche Kinderkrippen und konnte erfahren, wie in Brünn Krippen für Kinder von 1- 3 Jahre organisiert werden, wie die Eingewöhnungskonzepte und die Zusammenarbeit mit Eltern aussehen. Eine Gruppe besuchte eine Kita, die den Schwerpunkt auf Sprachförderung legt und in der vor allem Kinder mit Förderbedarf aufgenommen werden. Eine Logopädin unterstützt dabei die Erzieherinnen fachlich. Und eine Gruppe besuchte eine Einrichtung für mehrfach schwerstbehinderte Kinder. Hier erfuhren die Schülerinnen und Schüler viel darüber, wie diese Kinder gefördert und wie Eltern unterstützt werden können.

Auseinandersetzung mit der Roma-Kultur

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Auseinandersetzung mit der Roma-Kultur. Zunächst besuchten wir in Kleingruppen zwei niederschwellige Einrichtungen für Roma-Kinder und -Jugendliche. Die dort tätigen Sozialarbeiter berichteten von ihrer Arbeit. Sie stellten dar, wie sie mit verschiedenen Angeboten Kinder und Jugendliche aus Roma-Familien ansprechen. Sie berichteten aber auch von vielfältigen Formen der Diskriminierung und von Vorurteilen gegenüber Roma-Familien. Dabei entstand dann unter den Schülerinnen und Schüler eine Diskussion darüber, wie solche Vorurteile sich entwickeln. Der Abschluss des zweiten Tages bildete ein Besuch im Museum der Roma-Kultur.

Brünn: Digitales Memory-Spiel in der Kita

Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Elementarpädagogik. In Gruppen aufgeteilt besuchten wir vier verschiedene Kindergärten. Beeindruckt hat uns vor allem, wie engagiert die Erzieherinnen den Bildungsaspekt in der täglichen Praxis beachten. So erhalten die Kinder vielfältige Möglichkeiten, in allen Bildungsbereichen wichtige Erfahrungen zu sammeln. In der Kita Simackova wird jeder Raum einem bestimmten Bildungsbereich zugewiesen. Die Kinder können dann in dem Raum, der dem Bildungsbereich Natur gewidmet ist, Naturmaterialien auf vielfältige Weise erkunden und sich mit diesen Auseinandersetzen.

Interessant war für die Schülerinnen und Schüler, dass auch Medien selbstverständlich eingesetzt werden. So ist die Kita Simackova mit Beamer und Whiteboard sowie mit einem zusätzlichen Bildschirm und DVD-Gerät ausgestattet. Die Schülerinnen konnten beobachten, wie eine Erzieherin mit einem Kind an einem Tablet ein digitales Memory spielte.

Am Nachmittag hatten wir die Gelegenheit, zwei Kinder- und Jugendzentren kennenzulernen, die von dem katholischen Orden der Salesianer geleitet werden. Vielfältige Angebote in den Bereichen Sport, Kunst, Digitales oder Musik können die Kinder und Jugendlichen nutzen. Im Salesianer Kinder- und Jugendzentrum Foerstrova arbeiten dreißig hauptamtliche Mitarbeitern und 100 Volunteers. Täglich besuchen 100 bis 150 Kinder und Jugendliche die Einrichtung. Bei besonderen Aktivitäten steigt die Zahl auf 700 bis 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Villa Tugendhat in Brünn - UNESCO Weltkulturerbe

An unserem letzten Tag der Studienfahrt wanderten wir vormittags durch die Tropfsteinhöhlen im Mährischen Karst. Diese einzigartigen Tropfsteinformationen begeisterten die Schülerinnen und Schüler. Am Nachmittag besuchte eine Gruppe die Villa Tugendhat in Brünn. Sie ist der Weltkulturerbe UNESCO. Fasziniert von der Architektur Mies van der Rohes setzte sich die Gruppe mit der Bauhaus-Architektur auseinander. Eine andere Gruppe bekam eine Führung durch das unterirdische Labyrinth unter dem Krautmarkt in Brünn. Dieses Labyrinth wurde vor einigen Jahren entdeckt, vollständig restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es zeigt, wie die Menschen in früheren Jahrhunderten, Lebensmittel in diesen unterirdischen Gängen lagerten, diese auch für die Herstellung von Arznei oder auch als Gefängnis nutzten.

Eine Woche voller interessanter Eindrücke ging dann am Freitag zu Ende. Der Oberkurs 1 fuhr bereichert und angeregt nach Hause. All das ist nur möglich gewesen, weil unsere Kolleginnen von unserer Partnerschule, der Evang. Akademie für Sozialarbeit in Brünn, uns so freundschaftlich begleiteten. Und auch dem Magistrat der Stadt Brünn danken wir für die vielfältige Unterstützung.