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Internationales

Stipendium für Praktikum im Ausland

Die Bernstein Köllner Stiftung mit Sitz in Stuttgart-Feuerbach hat ein Stipendium „Interkulturelles Lernen“ für angehende Erzieherinnen und Erzieher ins Leben gerufen. Kooperationspartner ist die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik in Stuttgart. Das Stipendium fördert die konkrete Begegnung mit der islamischen Kultur durch ein mehrwöchiges Praktikum im Ausland. Die Broschüre mit allen Informationen kann als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Offenheit, Herzlichkeit und Lebensfreude: Stipendiatin 2017

Im Sommer 2017 reiste Marie Christin Bahr zum Kita-Praktikum nach Istanbul. Sie nutzte das Stipendium der Bernstein Köllner Stiftung für einen Blick auf die pädagogischen Konzepte in der Türkei.  Die Pressemitteilung kann als pdf-Datei heruntergeladen werden. Hier ein paar kleine Einblicke in ihre Erfahrungen:

Erzieherin = Lehrerin
Etwas, was mir sofort auffällt, ist, wie die Kinder die Erzieherinnen ansprechen. Ich bin vom ersten Tag an „Maria öğretmen“. Lehrerin Maria. In der türkischen Kultur gebührt Personen automatisch Respekt, wenn sie älter sind als man selber. In der Ausbildung haben wir oft darüber geredet, den Kindern auf Augenhöhe zu begegnen. Ich frage mich, wie das möglich ist, wenn schon die Anrede den Kindern gegenüber Überlegenheit zum Ausdruck bringt. So erkenne ich, dass hier wohl ein ganz anderes Bild vom Kind herrscht. Der Kindergarten wirkt an manchen Stellen auch eher wie eine Vorschule. Es gibt ein Anwesenheitsbuch mit Plus- und Minuspunkten sowie Aufgabenblätter, auf denen erste Übungen gedruckt sind. Die Kinder müssen diese Übungen tagsüber in der Kita machen und bekommen teilweise sogar Hausaufgaben.

Respekt und Höflichkeit haben einen hohen Stellenwert
In vielen Situationen würde ich den Kindern zum Beispiel mehr Freiraum, Zeit und Selbstständigkeit zugestehen und beobachte, dass diese Dinge für die türkischen Erzieherinnen jedoch scheinbar weniger wichtig sind als für mich. Ich nehme wahr, dass dafür Respekt und Höflichkeit hier einen großen Stellenwert haben und Kinder dafür gelobt werden, wenn sie Aufgaben erfüllen oder fleißig sind. Trotz der Unterschiede, die ich erlebe, gibt es natürlich auch Dinge, die wir gemeinsam haben: Die Erzieherinnen wollen in der Kita einen Raum schaffen, in dem sich die Kinder wohl fühlen und etwas lernen. Den Kindern Liebe und Wertschätzung auszudrücken ist wichtig. Außerdem wollen die Erzieherinnen Werte vermitteln und die Kinder auf das Leben in der Gesellschaft vorbereiten

Das nehme ich fürs Berufspraktikum mit
Die Offenheit, Gastfreundschaft, Herzlichkeit, Spontaneität und Lebensfreude der Menschen, die ich in der Türkei so oft erlebt habe und die mich immer wieder berührt hat, möchte ich mit hineintragen in mein Berufspraktikum und die Zusammenarbeit mit den Eltern. So blicke ich also zurück auf eine bunte, erlebnisreiche Zeit in der Türkei und gleichzeitig gespannt auf die Zeit, die nun im deutschen Kindergarten vor mir liegt.

Marie Christin Bahr

Eindrücke von Land und Leuten - fotografiert von Marie Bahr

Gegenbesuch aus Istanbul

Anfang des Jahres 2017 war die Leiterin der Kita in Istanbul zu Besuch in Stuttgart.

Die Pressemitteilung kann als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Zertifikate für die ersten Stipendiatinnen

Oberkirchenrat Werner Baur überreichte im November 2016 die Zertifikate für das Praktikum in Istanbul an Gloria Schmid und Ana Maria Brinkmann - im Auftrag der Bernstein Köllner Stiftung und der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Stuttgart. Die Zertifikatsübergabe erfolgte zu Beginn des Tags der offenen Tür zum 70-jährigen Jubiläum der Fachschule. Der Pressebericht kann als pdf-Datei heruntergeladen werden. Die Stuttgarter Zeitung berichtete über die Erfahrungen der Stipendiatinnen.

Bericht aus dem Praktikum in Istanbul

Im September und Oktober 2016 waren Gloria und Amrei in Istanbul in der Kita M. E. B. Özel Sakli Dünyam Anaokulu.

"In diesen Wochen hatte ich viele schöne Erlebnisse mit den türkischen Kindern", berichtet Gloria. "Um eine Beziehung aufzubauen, Sympathien zu verspüren und Liebe weiterzugeben, braucht man keine Sprache!" Der komplette Bericht kann als pdf-Datei heruntergeladen werden. Das Interview mit Gloria bei radio m  kann als Podcast angehört werden.

Rahmenbedingungen

  • Bis zu zwei Personen können sich pro Jahr um ein Stipendium bewerben.
    Bewerbungsschluss ist im Dezember.
  • Die Dauer des Praktikums beträgt sechs Wochen im Gastland (September/Oktober).
  • Das Praktikum findet in einer Tageseinrichtung für Kinder statt.
  • Die Unterbringung erfolgt in Gastfamilien oder studentischen Wohngemeinschaften.
  • Die fachliche und persönliche Begleitung übernimmt die Fachschule.
  • Zur Vorbereitung muss ein Sprachkurs in Stuttgart absolviert werden.
  • Die Erfahrungen im Praktikum werden in einer schriftlichen Abschlussarbeit reflektiert.
  • Nach erfolgreichem Abschluss des Praktikums wird ein Zertifikat ausgestellt.
  • Eine anschließende Tätigkeit in einer Kita in Feuerbach ist erwünscht.
    Eine Adressliste kann als pdf-Datei heruntergeladen werden.