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Ausbildung

Was verdient eine Erzieherin / ein Erzieher?

Die Verdienstmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Berufserfahrung und Aufgaben. Leitungskräfte bekommen mehr. Die Vergütung erfolgt meistens nach dem Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes (TVöD/SuE), nicht nur in kommunalen Kitas, sondern auch bei privaten und kirchlichen Trägern.

Das Einstiegsgehalt als sogenannte Zweitkraft (Entgeltgruppe S7, Stufe 2) beträgt derzeit 2.755 Euro und steigt bis 3.478 Euro. Als Erzieherin in offenen Konzepten oder als Gruppenleitung (Entgeltgruppe S8a, Stufe 2) beträgt es 2.830 Euro und steigt bis 3.592 Euro.

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung?

  • Klassische Ausbildung:
    In den ersten drei Jahren liegt der Schwerpunkt der Ausbildung in der Schule, daher gibt es keine Vergütung. Im vierten Jahr (Berufspraktikum) beträgt der Verdienst 1.500 Euro (brutto).
  • PiA-Ausbildung:
    Bei der PiA-Ausbildung über drei Jahre (pro Woche: drei Tage Schule, zwei Tage Praxis) beträgt die Vergütung 918 Euro im 1. Jahr, 968 Euro im 2. Jahr und 1.014 Euro im 3. Jahr. Man hat keine Schulferien, sondern einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen im Jahr.

Die Ausbildungsvergütung entspricht dem Ausbildungstarif des öffentlichen Dienstes.
Stand: Mai 2017

BAföG

Während der Ausbildung sind Ausbildungsbeihilfen (BAföG) möglich - alle genannten Beträge ohne Gewähr:

  • Schüler-BAföG = Vollzuschuss (muss nicht zurückgezahlt werden)
    Schüler-BAföG fürs Berufskolleg wird nur sehr eingeschränkt bewilligt (bei Wegzeiten zur Fachschule mit mehr als zwei  Stunden und wenn es keine nähergelegene Fachschule gibt).
    Im Unterkurs und Oberkurs kann Schüler-BAföG beantragt werden. Der Betrag hängt von der Lebenssituation ab: Einkommen der Eltern, eigene Wohnung etc.
    Wenn Schüler-BAföG bewilligt wird, liegt der Zuschuss bei 231 Euro, wenn man bei den Eltern wohnt, und kann auf 504 Euro steigen, wenn man in einer eigenen Wohnung lebt.
    https://www.bafög.de
  • Aufstiegs-BAföG (hieß früher: Meister-BAföG) = Mischung aus Vollzuschuss und Darlehen
    Das Aufstiegs-BAföG ist unabhängig vom Einkommen der Eltern (es zählt das Einkommen/Vermögen des Antragstellers) und gilt für die klassische Erzieherausbildung ab dem Unterkurs.
    Der genehmigte Zuschussbetrag wird zum Teil als Vollzuschuss ausgezahlt (muss nicht zurückbezahlt werden), zum Teil wird ein zinsloses Darlehen angeboten, das nicht in Anspruch genommen werden muss. Bei bestandener Prüfung wird ein Teil des Darlehens erlassen.
    Wenn kein anrechenbares Vermögen vorliegt, liegt der Unterstützungsbetrag bei 682 Euro; davon werden 290 Euro als Vollzuschuss gewährt, 392 Euro können als zinsloses Darlehen in Anspruch genommen werden.
    https://www.aufstiegs-bafoeg.de/

Man kann entweder Schüler-BAföG oder Aufstiegs-BAföG beantragen, nicht beides gleichzeitig.
Über Näheres informieren die zuständigen Landratsämter. Dort gibt es auch die Formulare für den Antrag auf BAföG.

Erzieherin/Erzieher: Beruf mit Zukunft

Der Tagesspiegel schreibt am 24.04.2017: "Bei alldem wächst der Personalbestand an Kitas kräftig: Zwischen 2006 und 2016 wurden über 251 000 Arbeitsplätze neu geschaffen. (...) Die Löhne in der frühen Bildung stiegen seit 2012 substanziell und die Arbeitslosenquote betrug 2015 nur 1,6 Prozent."

"Erzieherinnen sind zufriedener mit ihrer Arbeit als viele andere Beschäftigte", meldet das DIW Berlin (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung" in seiner Auswertung 43/2016.

Im Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2017 schreibt die Bertelsmann-Stiftung:
"Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in Deutschland braucht einen qualitativen Ausbau, damit alle Kinder optimal in ihren Bildungs- und Entwicklungsbedarfen unterstützt werden können. Der frühe Zugang zu guter Bildung und bildungsfördernden Lebenswelten beeinflusst die individuelle Biographie maßgeblich. Nur so haben alle Kinder - unabhängig von ihrem familiären Kontext - bestmögliche Entwicklungs- und Teilhabechancen. Die gesellschaftspolitische Herausforderung besteht darin, den quantitativen Ausbau von Bildungs- und Betreuungsangeboten voranzutreiben und gleichzeitig die Qualität der pädagogischen Praxis weiter zu entwickeln und zu sichern. Zusätzliche Nachfrage nach Fachkräften entsteht in Baden-Württemberg aufgrund des steigenden Bedarfes an Betreuungsplätzen für unter dreijährige Kinder."